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Aktion "Natur nah dran“ hat Denzlingen bunter gemacht

- Aktion „Natur nah dran“ hat Denzlingen bunter gemacht
- Lebensraum geschaffen für bedrohte Insektenarten
- Erfahrungsaustausch und Ehrung der Teilnehmer-Gemeinden am 23. Oktober in Wendlingen


„Die Natur braucht uns nicht – aber wir die Natur“, sagt Denzlingens Bürgermeister Markus Hollemann. Naturschutz bedeutet daher nicht nur die Bewahrung von Biotopen für Blumen und Tiere, sondern des Lebensraumes von uns Menschen. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge brauchen eine natürlich Umgebung, brauchen dringend naturnahe Flächen als Lebensraum. Die Aktion „Natur nah dran“ – federführend gestaltet vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) - wollte und will dies erreichen. Die Gemeinde hat sich dieser Aufgabe konzentriert und engagiert angenommen. Denzlingen war nach erfolgreicher Antragsstellung eine von zehn Gemeinden in Baden-Württemberg, die 2016 und 2017 vom Umweltministerium in Kooperation mit dem NABU ausgewählt, beraten und finanziell gefördert wurde, um innerorts auf öffentlichen Grünflächen Wildblumenbeete anzulegen.

Insgesamt wurden in Denzlingen auf rund 4.600 m² Entwicklungsfläche auf verschiedenen Teilflächen Wildblumensamen und Zwiebeln ausgebracht. Die insgesamt zehn naturnahen Grünflächen wurden in vier Trockenstandorte und sechs Fettwiesen unterteilt und von Mitarbeitern des Bauhofs mit verschiedenen Blumenzwiebeln, Blumensamen und Stauten bepflanzt, darunter beispielsweise  Laucharten, Tulpen, Salbei oder Glockenblumen. Um Denzlingen bunt und abwechslungsreich zu gestalten, wurden mehrere 100 verschiedene Pflanzenarten verwendet. „Bauamt und Bauhof haben erfolgreich diese Aktion geplant und umgesetzt – dafür an dieser Stelle herzlichen Dank!“, sagte Hollemann und ergänzte „Wir haben noch viel zu tun, um unsere Erde zu erhalten. Dies ist eine Aufgabe von allen für uns alle!“

Erfreulicherweise haben sich auch viele Bürgerinnen und Bürger beteiligt und auf privatem Grund die von der Gemeinde angebotenen Tütchen mit Wildblumensamen ausgestreut. Über 1.000 Samentütchen wurden an der Rathauspforte gratis ausgegeben. So ist 2018 Denzlingen bunter und natürlicher geworden. So konnten viele weitere kleine Biotope für vom Aussterben bedrohte Insekten entstehen und gleichzeitig konnte das Potential privater Grünflächen zum Schutze bedrohter Insektenarten mitgenutzt werden. Gute Gründe sich ebenso für die Wildbiene des Jahres 2018, die „Gelbbindige Furchenbiene“, in Denzlingen heimisch zu fühlen.

Jede der beteiligten Kommunen hat während des Projekts unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. Darum ist nun ein gemeinsamer Termin zum Austausch geplant. So treffen sich am 23. Oktober die „Natur nah dran“-Gemeinden, vertreten durch die Mitarbeiter der jeweiligen Garten- und Bauämter, Bauhöfe sowie der Bürgermeister. Daneben wird jede mitmachende Kommune vom NABU präsentiert wie sie vor Ort „Natur nah dran“ umgesetzt hat. Dazu war eine Delegation vom NABU in Denzlingen und hat akribisch alle umgesetzten Maßnahmen begutachtet. Dabei ist auch die Gelbbindige Furchenbiene gesichtet worden.

Bei den ersten zehn ausgewählten baden-württembergischen Gemeinden war dies aus dem Regierungsbezirk Freiburg neben Denzlingen nur noch Lörrach. Diese sind Vorreiter auf dem Weg zu naturnaher Gestaltung von Grünflächen. Dafür werden die Teilnehmer am 23. Oktober durch den Staatssekretär des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, Dr. Andre Baumann, durch den Städte- und Gemeindetag sowie durch den Landesvorsitzenden des NABU, Johannes Enssle, mit einer Urkunde ausgezeichnet. Bürgermeister Markus Hollemann: „Die Auszeichnung macht uns stolz, ist sie doch Ausdruck unseres Einsatzes für nachfolgende Generationen und gleichsam ist sie Mahnung für uns, nicht nachzulassen mit unseren Aktivitäten für eine saubere Natur und gesunde Umwelt!“

Projektfläche Sommerhofweg Magerwiese

Projektfläche Hauptstraße Magerwiese

Gelbbindige Furchenbiene, Foto: NABU/Anette Marquardt